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Wilhelm-Bölsche-Schule

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Geschichtliches

Unsere Schule blickt auf eine lange Geschichte zurück. nachfolgend finden Sie eine kleine Chronologie, angereichert um einen Bericht der Einweihung der Schule.

Selbst unser Kollegium hat sich etwas verändert, wie die nachfolgenden Bilder aus den Jahren 1925 und 1929 um Turnlehrer Schmitz deutlich zeigen. Diese zeigen auch, dass die Kooperation mit dem Ruderverein schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts wichtig war:

 

Turnlehrer Julius Schmitz1 1929.jpgTurnlehrer Julius Schmitz1 1925.jpg

30.01.1900 endgültiger Beschluss der Gemeindevertretung zur Gründung eines Progymnasiums
21.02.1900 Ministerialerlass: Anerkennung als in der Entwicklung begriffenes Progymnasium
19.04.1900 Eröffnung eines in der Entwicklung begriffenen Progymnasiums (genannt die Dr. Müllersche Höhere Knabenschule) unter der Leitung des Oberlehrers Dr. Rosenplenter in der Scharnweberstraße 38 mit 3 Vorschulklassen, einer Sexta und einer Quinta, d.h. 5 Klassen mit 85 Schülern und 5 Lehrern
Winter 1901 100 Schüler
Ostern 1903 200 Schüler
05.04.1905 Ministerialverfügung: Anerkennung der Knabenschule als vollberechtigtes Progymnasium
06.01.1906 Einweihung des heutigen Schulgebäudes, eines für die damaligen Verhältnisse "mustergültigen Schulbaus"
1910 Eröffnung der Oberprima, Ausbau der Schule zu einem Realgymnasium
1911 1. Reifeprüfung
1913 Bildung einer lateinlosen Realschule durch Teilung der überfüllten Klassen, Entstehung einer Doppelanstalt
09.03.1914 Namensverleihung "König-Friedrich-Schule" für beide Schulzweige
1927 Ministerialverfügung: "Friedrich-Schule"
1943 Schließung der Schule aus Kriegsgründen, Evakuierung der Schüler nach außerhalb von Berlin
01.10.1945 Wiederaufnahme des Schulbetriebes, Schichtunterricht, 2 Schulen in einem Gebäude Gymnasien von 5. - 12. Klasse
1947 Gerhart-Hauptmann-Schule für die Jungen, Beethoven-Schule für die Mädchen
1951 23. Polytechnische Oberschule
1965 13. Polytechnische Oberschule
1976-1978 Gerhart-Hauptmann-Oberschule (1978 aufgelöst)
1978-1991 Sprachheilschule
1991-2000 5. Gymnasium (seit 1994 Bölsche-Gymnasium)
seit 01.09.2000 1. Realschule Köpenick (seit 2001: Bölsche-Oberschule)
seit 01.08.2010 Wilhelm-Bölsche-Schule (Integrierte Sekundarschule)

 

Bericht zur Einweihung 1906: Das Friedrichshagener Realgymnasium

Die feierliche Einweihung des neuen Realprogymnasiums fand Sonnabend, den 06. Januar, mittags, in Gegenwart des Vertreters des Königl. Provinzial-Schulkollegiums zu Berlin statt. Das von den Architekten Jürgensen und Bachmann in Charlottenburg und unter deren Oberleitung in einem Zeitraum von kaum anderthalb Jahren aufgeführte Gebäude enthält außer den 12 Unterrichtsklassen, welche durch eine leicht durchführbare Erweiterung um 9 Klassen vermehrt werden können, Unterrichtsräume für Physik und Chemie mit den dazugehörigen Sammlungs- und Vorbereitungsräumen, eine Gesangsklasse, einen Zeichensaal mit Modellräumen, eine Aula, eine Bibliothek, Lehrerzimmer, Amtszimmer und Wartezimmer, eine Turnhalle mit Geräte- und Garderobenraum, die nötigen Räume für Heizung etc. Im Untergeschoss einen Raum für Fahrräder, Aborte, sowie eine Direktor- und Schuldienerwohnung.

Die Gestaltung des Gebäudes im Äußeren zeigt das Bestreben, eine schöne Baugruppe zu schaffen, welche sich der landhausmäßigen Bauweise der Umgebung anpassend, einen vornehmen Charakter zeigt. Obgleich der Gesamtcharakter der Außenarchitektur etwas an die Bauweise der deutschen Renaissance anlehnt, zeigt sie doch im einzelnen eine durchaus neuzeitliche Auffassung und subjektive Behandlung.

Durch Vermeidung prunkvoller Architekturformen wie hoher Frontmauern, durch möglichst glatte ruhige Behandlung ihrer Flächen und hohe steile Dachflächen mit bewegter Gruppierung, ferner durch die Einbeziehung des vollkommen als Villa behandelten Gebäudeteiles, der die Direktorwohnung enthält, wurde der Charakter der Villenstadt gut erzielt. Um trotzdem nicht zu nüchtern zu wirken, wurden bedeutende Bauteile mit äußerer architektonischer Gliederung versehen und dadurch besonders betont. Vor allem des Portal, das durch figürlichen Schmuck und ein weitausladendes Verdachungsgesims die lange Straßenfront wirkungsvoll unterbricht und als solches sofort ins Auge fällt. Die Figuren rechts und links vom Portal, welche das Ziel der Schule, die Erziehung der Jugend zur Wissenschaft und Vaterlandsliebe versinnbildlichen, sind besonders gut modelliert. Ein interessantes reiches Motiv zeigen auch die drei Fenster der Aula.
Als Material für das Äußere des Gebäudes ist für die hohe Sockelverblendung Rüdersdorfer Kalkstein als hammerrechtes Bruchsteinmauerwerk verwendet worden, ein für diesen Zweck außerordentlich schönes Material. Für Gesimse, Architekturgliederungen und sonstigen figürlichen und ornamentalen Schmuck wurde graugelbgeäderter Sandstein verwendet. Die übrigen glatten Fassadenflächen sind in hydraulischem Graukalkmörtel in besonderer Technik rau verputzt. Als Eindeckungsmaterial für die Dachflächen wurde rote Bieberschwänze, als Doppelkronendach, verwendet. Die Konstruktion des Äußeren ist durchaus solid und dauerhaft, sowie gediegen und vornehm im Charakter.

Das Innere des Gebäudes zeigt eine sehr einfach, aber geschmackvoll Ausstattung, die Raumwirkung ist gut und übersichtlich und wird durch wohlgelungene, farbenfreudige Malerei unterstützt. Eine reiche Ausbildung im Innern haben nur die Aula und die untere Haupthalle erhalten. Die Aula, durch ein farbiges, in Kratztechnik ornamental verziertes Deckengewölbe, die Haupthalle durch reichere Behandlung der Decken in Kratztechnik und Anordnung eines Wandbrunnens (heute nicht mehr vorhanden). Die Treppen sind in den Flurbreiten entsprechenden Abmessungen gehalten; an der Haupttreppe sind in jedem Geschoss die Flure zu einer Halle erweitert.

Das Gebäude ist als Schulgebäude projektiert worden, wobei Folgendes Beachtung fand: Als Haupträume sind stets die Klassenräume zu betrachten, in erster Linie gilt es also, diesen Räumen die richtige Lage zu geben. Z.B. Klassenräume sollen Westlicht erhalten, damit die Schüler während des Unterrichtes nicht vom direkten Sonnelicht belästigt werden. Ferner soll der Zeichensaal nach Norden liegen, um ein vollkommen ruhiges, schattenloses Licht für den Zeichenunterricht zu erzielen. Die Physikklasse soll nach Süden liegen, um bei optischen Vorführungen direktes Sonnenlicht zur Verfügung zu haben. Die übrigen Räume der Schule müssen in gutem Zusammenhang unter sich und in guter Verbindung mit den Klassenräumen sein.

Herr Direktor Dr. Rosenplenter mahnte in seiner Rede vom 06. Januar 1906 die Schüler, dessen eingedenk zu sein, welche unendliche Mühe dieser Bau verursacht hat und welche Geldopfer der Gemeinde dadurch auferlegt wurden.
„Sorget dafür, dass dieses Kleinod in dem Zustand erhalten bleibt, in dem es euch heute hier übergeben worden ist."
Zugleich legte er den Lehrern die Bitte ans Herz, sich der Gemeinde für das geschaffene Werk dadurch erkenntlich zu zeigen, dass jeder stets danach trachte, den guten Ruf, den die Anstalt schon jetzt besitzt, ihr zu erhalten, eifrigst dahin zu wirken, dass er noch wachse, und die Schule eine Bildungsstätte werde, die der Ort mit Stolz sein eigen nennt!

 

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